«Ä gfelligä Kanton»
Helen Busslinger-Simmen
Das Wort «gfellig» steht für glücklich. Jetzt wissen wir es: Uri ist ein glücklicher Kanton, die Urnerinnen und Urner und die Zugezogenen können sich
glücklich schätzen, hier wohnen zu können. Denn gemäss den Berechnungen der CS-Ökonomen hat man hier schweizweit die geringsten Wohnkosten,
eine sehr mässige Steuerbelastung und tiefe Krankenkassen-Prämien. So berichteten die Medien.
Während in den Städten die Bevölkerung über stets steigende Wohnungsmieten «chleenät», wohnt man in Uri in grossen, hellen Wohnungen mit
prächtiger Aussicht. Das kann man sich hier leisten. Was für ein Unterschied zu den Verhältnissen in einer Stadt.
Horrende Mietzinse auswärts
Zum Beispiel können in Zürich gut verdienende Eltern mit zwei Kindern die horrenden Mieten für eine passende Wohnung kaum aufbringen. Die
Hausbesitzer haben angefangen, Fantasiepreise zu verlangen. Viereinhalb- und Fünfzimmerwohnungen sind selten und fast nicht bezahlbar. Auch in
gut gestellten Familien wirds eng, für die aufwachsenden Kinder ist der Platz für Schulaufgaben beschränkt.
Glückliche Urner Kinder, die zu Hause Platz zum Spielen und Lernen und in der Nähe einen Hof oder eine Wiese zum Herumtoben haben. – Zudem
fällt neuerdings auf, dass kaum jemand mehr über den Urner Dialekt lächelt, keiner den Urnern ihre Muttersprache grantig macht. Uri scheint im
Aufwind zu sein, und das werden «diä Guraschiertä» nutzen.