Galerie Elf

Spannendes aus dem Limmattal

Folgende Porträts erschienen
im Limmattaler Tagblatt:
Galerie Elf

Unerwartetes in Malerei und Skulptur

Dietikon Vernissage in neu eröffneter Galerie

An der Asylstrasse 11 wird eine neue Galerie eröffnet. Zur Zeit stellt Brigitte Hänggi Bilder aus, Patricia Terrapon Leguizamon zeigt ihre Skulpturen. Die Vernissage war ein überraschender Erfolg, es nahmen rund 60 Personen teil.

Helen Busslinger-Simmen
„Unsere Galerie soll eine Plattform für Künstler sein, die eine Botschaft haben und noch nicht in arrivierten Galerien ausstellen können“, sagten an der Vernissage Lisa und Oliver Schmid, welche die Räume für die Galerie Ellf zur Verfügung stellen. Beide sind an Kunst interessiert und glauben, dass es in Dietikon noch mehr Kultur verträgt. An der Vernissage staunten die Gäste, wie sehr sich die ausgestellten Bilder und Skulpturen ergänzten, Energien freisetzten und zusammen Orte von unerwarteter Schönheit bildeten.

Bilder von intensiver Leuchtkraft

Die Bilder von Brigitte Hänggi mit scheinbar zufällig platzierten Pinselstrichen und Farbkombinationen erweckten den Eindruck, sie seien Ausdruck mühelosen Schaffens. Aber bei genauerem Hinsehen kamen jeweils verschiedene Ebenen zum Vorschein, immer mehr Anspielungen rückten ins Bild und machten es interessant.

Brigitte Hänggi offenbart ihre Botschaften nicht auf den ersten Blick. Nach und nach entdeckt man, welch persönliche Art die Künstlerin hat, zu abstrahieren. Verwunschene Gestalten, Geist- und Fabelwesen und Traumwelten warten darauf, dass der Betrachter sie bemerkt und sich von Unerwartetem überraschen lässt. Brigitte Hänggi hat das Zeichen- und Werklehrerdiplom erworben und fand über Fotografie und Skulptur den Weg zur Malerei. Sie malt in Acryl und Öl auf Leinwand oder Pavatex und lebt und arbeitet in Genf.

Skulpturen von unerwarteter Schönheit

Eine grosse Überraschung waren die Skulpturen von Patricia Terrapon Leguizamon. Ihre Figuren sind aussergewöhnlich, und sofort fragt sich der Betrachter, wie sie entstehen. Die Künstlerin hat eine Arbeitstechnik erfunden, bei der sie von Hand angefertigte Formen mit Spanngummis in einem Gerüst aufhängt. Die Formen werden mit Gips gefüllt und bis an die äusserste Grenze gespannt. Welche Form das Kunstwerk annimmt, ist nicht vorauszusehen.

Das Spannende beim Schaffen der Skulpturen ist, dass ihr Charakter den einander entgegenwirkenden Kräften von Erdanziehung, Material und Form entspringt. Die Künstlerin spielt mit grossem Vergnügen mit dem Unbewussten und Unerwarteten. Dabei entstehen dynamische Silhouetten von eigentümlicher Schönheiten und angespannter Ruhe. Ihre sinnliche Fülle macht den eigentümlichen Reiz aus.

Die Künstlerin war als Architektin tätig und hat ihr Studium an der Ecole d’Art de Design erfolgreich abgeschlossen. Darnach erforschte sie die Beziehung zwischen elastischen Formen und dehnbaren Stoffen und starren Materialien.