Kindergeschichten

Als Dompteur an die Fasnacht

Gabi wollte am Fasnachtsball mitmachen. Es war wichtig, eine gute Verkleidung zu finden, etwas Spezielles, das nicht alle hatten. Gerade war der Zirkus Knie im Dorf, und so hatte Gabi die Idee, als Dompteur mit einem Tier an die Fasnacht zu gehen.

Sie kaufte einen Plüsch-Tiger und bastelte für ihn ein Käfig. Etwa so gross wie ein Vogelkäfig. Wichtig war, ob und wie sie den Käfig tragen konnte. Gabi machte eine spezielle Draht-Schlaufe, die sie gut halten konnte. Das Verkleiden war einfach: Sie suchte schwarze Hosen und im Schrank des Vaters eine Art Frack. Dazu kaufte sie einen Zylinder-Hut und malte einen schwarzen Schnauz ins Gesicht. Eine rote Perücke durfte nicht fehlen.

So ging sie mit dem Tigerbaby an die Fasnacht und zeigte allen den kleinen Tiger. Manchmal bat sie jemanden, eine Weile auf den Tiger aufzupassen: „Ihr müsst gut auf das Tier aufpassen, es ist nicht ungefährlich“, sagte sie den Leuten.

Plötzlich war der Tiger verschwunden. Die Leute, die auf ihn aufpassen mussten, gingen tanzen. So begann eine grosse Such-Aktion. Alle halfen mit, man suchte überall, und bald sagte jemand, der Tiger sei gestohlen worden. Aber Gabi entdeckte das Tigerbaby in einer Ecke. Sie sagte ihrer Freundin. „Die Fasnacht zusammen mit dem Tiger ist einfach cool. Die beste Idee, die ich schon hatte.“

Gabi sagte ihrer Mama: „Ich war gern Zirkus-Direktor. Es gab nicht viel Arbeit, kostete fast nichts, und der Frack meines Vaters wurde ausgelüftet.“