Jan Wernecke entwickelt im RUAG-Gelände Spezialwerkzeuge

In Uri heimisch geworden

Folgende Porträts sind in der
Neuen Urner Zeitung erschienen:
Jan Wernecke

Eingewanderter Unternehmer hat Erfolg

Jan Wernecke entwickelt im RUAG-Gelände Spezialwerkzeuge

Als Ingenieur Jan Wernecke eine eigene Firma gründen wollte, bekam er unzählige Angebote aus andern Ländern und andern Schweizer Kantonen. Er wählte Altdorf aus und bereut seine Wahl nicht.

Helen Busslinger-Simmen
Er hatte Maschinenbau studiert und mit 30 Jahren bereits zehn Jahre Erfahrung als Ingenieur in einem deutschen Betrieb. Jan Wernecke: „Ich hatte ungezählte Ideen im Kopf und wollte sie umsetzen.“ Im Klartext: Er wollte ein eigenes Unternehmen gründen. Monatelang klärte er ab, welcher Standort der günstigste sein könnte. Die Auswahl im In- und Ausland war gross, man buhlte um ihn.

Mix in Uri stimmt einfach

Dass er für seine Firma, die noch keinen Namen hatte, gerade Altdorf wählte, kam nicht von ungefähr. Wernecke: „Die Leute von der Wirtschafsförderung Uri kümmerten sich um mein Anliegen und kamen mir entgegen.“ Dazu wurde ihm von der RUAG eine Industriehalle (inklusiv Mitbenutzung der Infrastruktur) zur Miete angeboten. Nicht zuletzt gefiel ihm die Landschaft im Reusstal über alle Massen. „Hier ist alles sehr schön, wirklich“, sagt er und lobt See und Berge.

Als er mit einem Büro und dem ersten Mitarbeiter mit nichts anderem als vielen Ideen im Kopf anfing, war er voller Optimismus. Er fand den Namen „FASTEC“, - ein Fantasie-Name. Seit langem beschäftigt er sich mit Hochdruck-Technologie. Was er herstellen wollte, das war ihm klar: Hydraulik-Werkzeuge.

Haargenau nach Kundenwunsch

Von Beginn an wollte Wernecke genau das herstellen, was Kunden wollten. Bald erhielt er den ersten Auftrag, und dann ging es in flottem Tempo weiter. In seinem Unternehmen werden Schraubenspannvorrichtungen, Hydraulikmuttern, Sonderwerkzeuge, hydraulische Passbolzen, Schnellverbindungselemente und vieles mehr hergestellt. „Ich entwerfe die Produkte auf dem PC und achte auf höchstmögliche Qualität“, betont er. Dabei darf man nicht an daumengrosse Schraubenmuttern denken!
Die FASTECc-Produkte haben eine Grösse, die jeden Betracher staunen lässt. Sie werden ja im Schwermaschinenbau gebracht. Im Generatoren- und Turbinenbau, im Eisenbahnwesen, in Kraft- und Walzwerken, im Schiffbau. Wernecke ist der Erfolg nicht in den Schoss gefallen, er hat hart gearbeitet und tut es immer noch.

Weil er ein Erfinder und Denker ist, geht der Unternehmer ganz in seiner Arbeit auf – er macht sie mit dem grössten Vergnügen. Die Maschinen, für die er Bestandteile liefert, sind sehr teuer, und so ist jeder Auftrag eine Herausforderung. „Es darf einfach nichts schief gehen“, sagt Wernecke.

FASTEC-Produkte weltweit eingesetzt

Manchmal merken Werneckes Kunden erst spät, dass ihnen ein ganz wichtiges Werkzeug fehlt. „Ich bin Tag und Nacht erreichbar. Wenn mich jemand anruft, geht es um eine Sache von Bedeutung und um viel Geld. Ich muss genau das Werkzeug herstellen, das fehlt. “ Bei FASTEC wird übers Wochenende oder nachts gearbeitet, um in kürzester Zeit den gewünschte Produkt liefern zu können.

Wichtig für den Unternehmer sind die Massnahmen zur Qualitätssicherung. Alles wird druckgeprüft und betriebsbereit mit einer ausführlichen Dokumentation ausgeliefert. Dass das Unternehmen eine spannende Sache ist, merken auch seine sechs vollbeschäftigten Mitarbeiter. „Ich werde das Unternehmen noch ausbauen, aber es soll nicht zu gross werden“, sagt er. Ein eher kleiner, aber sehr leistungsfähiger Betrieb, in dem er seine neuen Ideen umsetzen kann – das ist Werneckes Ziel.

Wer sich auf einem Kreuzfahrtschiff in fremden Gewässern befindet, kann nicht wissen, dass sich vielleicht in den Maschinen Altdorfer Produkte befinden, die kaum durch ein anderes Produkt ersetzbar wären. Vielleicht eine riesige Schraubenmutter, und ohne sie wäre die Fahrt nicht möglich.